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Die sechs größten Zahn-Irrtümer
Ernährung hat enormen
Einfluss auf die Mundgesundheit
Mythos 1: Zahnhygiene nur für
Mund wichtig
Wenn Zähne krank sind, leiden meist auch der restliche Körper und Geist. Bei
Kindern etwa können Zahnschmerzen wegen Karies, der bei weitem häufigsten
Kinderkrankheit, die Konzentration in der Schule beeinträchtigen. Zudem
bedeutet die Umstellung auf leicht kaubare Nahrung oft eine Verschlechterung
der Ernährung, was laut Palmer die Hirnentwicklung oder das Körpergewicht
schädigen kann. Fehlende Mineralstoffe während der Schwangerschaft steigern
hingegen das spätere Karies-Risiko des Ungeborenen.
Mythos 2: Mehr Zucker heißt mehr Karies
Über die Entwicklung von Karies entscheidet nicht die Zuckermenge, sondern
die Zeitdauer, in der Zucker und Zähne aufeinander treffen. Zum Problem wird
dies besonders bei Süßigkeiten, die sich nur langsam auflösen, oder bei
ständigem Konsum von Softdrinks. "Zähne sind in diesen Fällen länger den
Säuren ausgesetzt, die Mundbakterien aus dem Zucker bilden", so die
US-Zahnmedizinerin.
Mythos 3: Milchzahnkaries ist harmlos
Besonders weit verbreitet ist die Meinung, dass Kinder und Babys ruhig
Zahnfäule haben dürfen, da Milchzähne ohnehin ausfallen. Weit gefehlt, so
Palmer. Denn Karies schädigt die Entwicklung der Zahnkronen der bleibenden
Zähne. Zudem kann ein zu früher Verlust eines Milchzahns dazu führen, dass
der darunter liegende zweite Zahn in schlechter Position herauskommt und
später zahnärztliche Korrektur braucht.
Mythos 4: Osteoporose schadet nur Rücken und Hüfte
Osteoporose kann auch das Ende von Zähnen bedeuten. Denn der
Gesichtsknochen, der die Zähne zusammenhält, kann ebenso brüchig werden.
"Damit macht sich fehlendes Kalzium, Vitamin D und K in der Ernährung auch
im Kiefer bemerkbar", so Palmer. Um den Mundraum und seine tragenden
Strukturen in Schwung zu halten, ist eine ausgewogene Ernährung
unverzichtbar, denn Kiefer, Zahnfleisch, Lippen und Gaumen erneuern sich das
ganze Leben lang.
Mythos 5: Dritte Zähne verbessern die Ernährung
Ähnlich wie Zahnschmerzen wegen Karies wirkt sich auch ein künstliches
Gebiss aus, das schlecht passt und daher schmerzt. Ältere Menschen, die
davon betroffen sind, werden automatisch Essen bevorzugen, das sie wenig
kauen müssen. "Da steigt die Versuchung, zum Kuchen oder Süßgebäck zu
greifen. Träger dritter Zähne sollten daher darauf pochen, dass ihr Gebiss
gut sitzt. Zudem ist gesunde Ernährung und ausreichend Flüssigkeit weiter
wichtig", so Palmers.
Mythos 6: Karies ist kein Thema für Erwachsene
Obwohl der "süße Zahn" nach der Jugend etwas schwindet, ist nur ein Prozent
der Erwachsenen kariesfrei. Problematisch sind hier besonders der
Zahnfleischrückgang, der Wurzelkaries begünstigt, sowie fehlender Speichel,
der sonst den Mund reinigt. "Auch Antidepressiva, Harntreiber,
Antihistaminika und Beruhigungsmittel trocknen den Mund aus. Wer diese
einnimmt, sollte häufiger Wasser trinken", rät Palmer. Besonderes Augenmerk
auf die Zähne sei weiter auch bei chronischen Krankheiten wie Diabetes zu
raten.
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